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Offener Brief des GEB Katholische Kindertagesstätten in Bremen und des ZEB Bremen an den Senat der Freien Hansestadt Bremen

Wann folgen auf schöne Worte endlich Taten? Man habe sich sehr bemüht, aber es reiche noch nicht hört man aus dem Hause der Senatorin für Kinder und Bildung, Dr. Claudia Bogedan. In einem Arbeitszeugnis ist das die Note 6 und zwar nicht (nur) für die Senatorin, sondern vor allem für den Senat insgesamt. Das wir in Bremen nicht alleine sind, wissen wir nicht erst aus der Welt am Samstag „Der einzige Notstand der Deutschen: Bildung“ heißt es dort. Aber wir in Bremen sind unter vielen Nieten in Sachen Bildung und Kinderbetreuung die Größte.

Dass Das Jahr mit einem Bildungsdonnerschlag endet, passt da gut ins Bild: Es fehlen noch mehr Kita-Plätze als im Sommer (jetzt sind es schon über 1000, von denen man weiß) und die Kinderwelle rollt nun auch in die Grundschule. Gut ein Viertel aller Bremer Grundschulen erhält mehr Züge, aber wissen wir eigentlich, ob die Schulen das stemmen können. Und wo stehen wir in vier Jahren? Schon jetzt sind die Kapazitäten an den weiterführenden Schulen erschöpft. Dort sieht es bereits dieses Jahr düster aus. Wo es im Frühjahr noch (Wahl)Geschenke mit Extra Klassenverbänden gab, gibt es jetzt mehr Kinder und weniger Plätze an den beliebten Schulen.

Auch wenn stellvertretend für den Senat, Dr. Claudia Bogedan nicht müde wird, die Ergebnisse der letzten Jahre zu preisen, müssen wir doch festhalten: Es reicht nicht, nicht mal im Ansatz. Und auch die beruhigende Beschwörungsformel der Pressesprecherin Annette Kemp - "Es würde sich schon alles hin rütteln." - ist angesichts der Zahlen eher der sprichwörtliche "Schlag ins Gesicht". Ja, auch wir wissen „do not shoot the messenger“, aber nur, weil der Bote nicht (alleine) etwas dafür kann, wird es nicht besser.

Es reicht nicht. Nichts reicht - nicht die Plätze, nicht das Personal und nicht die Leistungen. Und wenn wir nicht eine ganze Generation auf dem Gewissen haben wollen, müssen wir uns „nackt machen, ehrlich und angreifbar“; transparent heißt das zusammengefasst. Wir brauchen keinen Schuldigen, wir brauchen klare Fakten und Lösungswillen. Der erste Schritt ist der schwerste, keine Frage, aber bitte würde mal jemand in diesem Senat den ersten Schritt gehen und zugeben „dass es nicht läuft, wir auf keinem guten Weg sind, sondern schlichtweg auf dem Rücken unserer Kinder ins Chaos schlittern“. Weltweit mögen wir einen Klimanotstand haben, in Deutschland, und insbesondere in Bremen haben wir einen Bildungsnotstand. Mit „klappernden rostigen Eimern“ laufen wir hektisch von einer Ecke zur anderen, um einen Flächenbrand zu löschen. Einer aber muss "Halt!" rufen und den Schlauch ausrollen, um das Feuer endgültig zu löschen, denn lange läuft keiner mehr mit den „rostigen Eimern“ - die Lehrer und Erzieher sind ausgebrannt, die Eltern wissen vor Notdiensten und Schulausfallstunden nicht, wohin mit ihren Kindern während sie selbst versuchen, das Familieneinkommen zu verdienen und die Generation Bildungsnotstand heranwächst, in der allein die Geburt in wirtschaftlich stabile Verhältnisse halbwegs sicherstellt, dass sie/er lesen und schreiben kann.

Wir mögen das hart ausdrücken, übertrieben ist es aus Elternsicht aber nicht. Wir brauchen keine ideologischen Grundsatzdebatten, wir brauchen handfeste Lösungen für handfeste Probleme. Wann werden wir genug Lehrer und Erzieher ausgebildet haben, um alle Personallücken zu füllen? Hat das jemand für Bremen ausgerechnet? Und wie füllen wir das nächste Jahrzehnt, nachdem man das letzte als verloren ansehen muss? Wen rekrutieren wir, welche Qualitätskompromisse machen wir? Und ist ein bisschen schlechter rechnen lernen als vor 30 Jahren nicht immer noch besser als gar nicht rechnen lernen 2019?

Alle stehen bereit! Verschiedenste Bildungsinitiativen haben sich längst gefunden, um eine Lösung zu stricken. Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Bovenschulte, sehr geehrte Frau Senatorin Frau Dr. Bogedan, machen Sie stellvertretend für den Senat der Freien Hansestadt Bremen unserer Stadt ein echtes Weihnachtsgeschenk und sprechen Sie aus, was alle wissen: "Es ist etwas faul in Bremen. Kommt und helft uns, damit das Licht am Ende des Tunnels, von dem Sie sprechen, nicht der entgegenkommende Zug ist.“ Stammen von Ihnen Herr Dr. Bovenschulte nicht die Worte „Kurswechsel statt Eisberg voraus“. Keiner arbeitet gegen Sie, aber alle für unsere Kinder!

Für den GEB Katholische Kindertagestätten in Bremen
Dr. Katja Moede-Nolting (017654266955)

Für den ZEB die Vorstandssprecher
Dr. Martin Stoevesandt (01622338150)
Michael Skibbe (01525-2060016)